mein Sohn wird im November sechs Jahre alt und ist ein sogenanntes Kann-Kind – jedenfalls hier in Berlin. Das bedeutet er hätte theoretisch im Schuljahr 17/18 mit 5,5 Jahren zur Schule gehen können. Das war aber nicht unser Wunsch, daher haben wir uns dafür entschieden, dass er noch ein Jahr in der Kita bleibt und dort die „Vorschule“ besucht. Zudem hat er noch ein halbes Jahr in der gleichen Kita-Gruppe um seiner Schwester zu helfen sich besser in der Gruppe zu integrieren.

Im November müssen wir ihn als Schulkind in der vorausgewählten Schule anmelden. In Berlin gibt es eine sogenannte Straßen-Schulen Zuordnung, die einem gleich sagt, welche Schule im Einzugsgebiet liegt und zu welcher das jeweilige Kind gehen müsste. Allerdings stellt sich mir die Frage warum die Schule nicht in unmittelbarer Nähe ist…

Zunächst muss ich meinen Sohn bei der vorausgewählten Schule anmelden und hier einen Haufen an Unterlagen durcharbeiten, ausfüllen und sofort meinen Schulwechselantrag inkl. Begründung einreichen. Ich habe echte Bauchschmerzen und kann nachts schon kaum schlafen, wenn ich nur daran denke, dass ich den einzigen Wunsch meines Sohnes eventuell nicht erfüllen kann. Für ihn ist es sehr wichtig zusammen mit seinen Freunden die Schule zu besuchen. Wenn er mich weinend am Tisch erwischt, sagt er schon „Mama, ich sehe sie auch nachmittags, zur Schule kann ich auch alleine…“ und dreht sich mit einem Halblächeln weg. Er ist sehr empathisch und kommt mir in vielen Dingen sehr entgegen, ich weiß aber, dass er das nur sagt, um mir den Stress zu nehmen. Glücklich wäre er, wenn es alles klappen würde.

nonanutz - umschulung in berlin

Ich weiß, es liegt nicht in meiner Hand, am Ende entscheidet weder die Schule noch wir als Eltern, es liegt ganz und allein beim Amt. Wie also mache ich hier auf mich und vor allem meinen Sohn aufmerksam?

Ich schreibe also eine lange Begründung und erwähne die Vorzüge der Wunsch-Schule. Themen wie Netzwerk, Entfernung, Betreuung und Arbeit und hoffe auf eine positiv gestimmte Mitarbeiterin, die sich meinen Antrag mit viel Empathie durchliest und keinen anderen Weg sehen wird als uns den Wunsch zu gewähren – oder?

Ich halte dich hier auf dem Laufenden. Das Thema wird mich noch bis ins nächste Jahr verfolgen – aber ich schaff das!

Deine Julia

#ichschaffedasundmachemeinkindglücklich