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Unsere 5 Gründe FÜR ein Handy im Grundschulalter

wie in meinem letzten Beitrag schon erwähnt, haben mein Mann und ich gemeinsam mit unserem Sohn entschieden, dass er ab diesem Schuljahr alleine zur Schule gehen darf. Zudem haben wir beschlossen, ihm einen Wegbegleiter mitzugeben, das erste eigene Handy.

Viele denken jetzt sicherlich, dass es zu früh ist einem 7,5-jährigen Jungen ein Handy mitzugeben…ja, ich bin jedoch der Meinung, dass jede Familie und jedes Kind einzeln bewertet werden muss und eigene Entscheidungen treffen sollte. Da unser Entscheidungsweg lang war, habe ich mich entschlossen, diesen Weg und die Einzelheiten mit dir zu teilen.

Sicherheit, Erreichbarkeit und Lokalisierung waren für uns die 3 treibenden Punkte, weshalb wir die Entscheidung für uns festigen konnten. Gefühlt haben wir also die Wolkenfront bei Seite geschoben und schauen nun nach langer Zeit mal wieder auf einen strahlenden Sonnen überfluteten Himmel. Da sind nur noch zwei kleine Wölkchen…klitzekleine Fragestellungen…

1- Handy oder Smartphone?

Als ich mein erstes Handy mit 12 bekam, musste ich es mir mit meinem 10-jährigen Bruder teilen. Ein Oldtimer-Modell würden meine Kinder wohl heute sagen, kein Touchscreen, nicht einmal eine T9 Tastatur, man musste tatsächlich für ein einfaches „Hallo“ 12 Mal auf vier unterschiedliche Zahlentasten klicken. Erinnerst du dich noch an diese schöne und aufregende Zeit? Mittlerweile – 19 Jahre später – läuft kaum noch jemand mit einem „einfachen“ Handy herum. Neulich habe ich allerdings bei ALDI ein Angebot eines Klapphandys für 49 Euro im Prospekt gesehen. Da wir aber ältere Samsung Smartphone Modelle noch in der Schublade hatten, haben wir uns für dieses Modell (Samsung S4) entschieden. Preis: 0€ (weil es bereits unser Gerät war)

2- Prepaid oder Vertrag?

Ich habe gelesen, dass Kinder (damit waren Teenies gemeint) Prepaid Handys hatten, damit das Datenvolumen aber aufgebraucht haben und im Notfall kein Guthaben mehr für Anrufe an die Eltern hatten. Das darf natürlich in keinem Fall passieren. Wir haben dann über Groupon oder MyDealz (weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr) ein echt unschlagbares Angebot gesehen – einen sehr günstigen Vertrag für 4,99€ im Monat. Die günstigen Konditionen habe ich dann fortlaufend – ist ja auch gut. Preis: 4,99€ / im Monat bei PremiumSIM

Sobald wir also diese zwei kleinen Wölkchen aus dem Weg geschafft haben, hatten wir eine Sicht auf eine große Regenfront…ja, es waren noch sehr viele Themen, die wir uns nun stellen mussten. Warum sollten wir unserem Kind gleich ein Smartphone mitgeben? Zugang zum Internet? Welche Daten geben wir nun großen Unternehmen wie Google weiter? Unsere Bedenken und Fragen konnten wir anhand folgender Punkte klären, deshalb habe ich für dich hier meine 5 Gründe für ein Smartphone im Grundschulalter erstellt.

5 Gründe für ein Handy im Grundschulalter

5 Gründe für ein Handy im Grundschulalter

1 – So wenig Daten wie möglich

Sobald der Umschlag mit der SIM Karte (adressiert an mich, sprich mein Vertrag, mit meinen Daten) kam, lag das Handy auch schon am Ladekabel. Wir entschieden uns für eine eigene Email Adresse bei der Einrichtung. Warum? Beim ersten Versuch habe ich blind und naiv meine eigene Mailadresse bei der Einrichtung benutzt, schnell wurde jedoch klar, dass der komplette Inhalt (sprich Apps, Social Media usw.) automatisch mit übertragen wurden. Das wollten wir aber beide nicht. Deshalb stellte ich das Handy wieder zurück auf die Werkseinstellungen und fing von vorn an. Eine eigene Gmail-Adresse musste also her, also registrierte ich ihn dort. Für die Erstellung einer Mailadresse benötigt man folgende Daten: Vorname, Nachname, Geburtsdatum und ein noch nicht vergebenes Kürzel vor dem @. Bei der Eingabe des Geburtsjahres hörte der Einrichtungs-Prozess kurzzeitig auf, denn es hieß „Gib das Handy nun zur weiteren Einrichtung einem Elternteil“. Schwupps musste ich parallel an meinem und seinem Handy die Hinweise nachgehen. Für den weiteren Verlauf war es wichtig eine bestimmte Google App (weil es ein Android Gerät ist) auf allen relevanten Geräten zu installieren (d.h. die Handys von Papa, Sohn und Mama).

Die Einrichtung des Google-Kontos und des Android-Geräts des Kindes dauert etwa 15 Minuten. Es gibt auch kein Mindestalter, denn hier entscheiden die Eltern, wann das Kind bereit für sein erstes Smartphone oder -Tablet ist. Die App heißt übrigens „Family Link“ und unterstützt Eltern dabei Regeln für den Umgang Ihrer Kinder mit digitalen Medien festzulegen.

2 – Ich weiß, wo mein Kind ist

Oh man, zum Thema „Orten“ musste ich mir so einiges anhören: „Warum musst du denn wissen, wo dein Kind ist?“, „Du bist ein Kontrollfreak„, „Früher ging das auch ohne Ortungsdienst“. Klar ging das früher ohne, weil unsere Eltern die Möglichkeit gar nicht hatten. Ich weiß auch nicht wirklich, wo man die Linie zwischen Kontrollfreak und mütterlicher Sorge ziehen kann, ich weiß nur, dass mein Sohn und ich uns damit wohler fühlen. In der vergangenen Woche sollte er (inkl. Handy) Montag bis Mittwoch sowohl alleine zum Hort in der Schule als auch nachmittags nach Hause gehen. Am Montag habe ich ihn also um 08:15 Uhr aus dem Haus geschickt und anhand des Live-Standortes gesehen, dass er den vereinbarten Weg zum Hort gegangen ist. Stellen wir uns die nachfolgende Situation mal mit und einmal ohne dem Ortungsdienst vor:

Die kleine Vorgeschichte zu beiden Szenarien: Mein Sohn sollte eine schriftliche und unterschriebene Erlaubnis am Morgen im Hort abgeben, die ihm erlaubte um 14.30 Uhr von den Erzieherinnen nach Hause geschickt zu werden. Für den Heimweg von Haustür zur Haustür braucht er zwischen 10 – 20 Minuten ca.(naja, manchmal auch 30, wenn er spannende (tote) Tiere auf dem Gehweg oder einen Zauberstab-artigen Stock findet. Also nun zurück zur eigentlichen Story:

Szenario OHNE dem Ortungsdienst: Spätestens um 15:15 Uhr wäre ich wahrscheinlich vor Angst, Nervosität und Sorge innerlich gestorben, hätte mich auf den Weg gemacht und festgestellt, dass er wohlbehalten weiterhin im Hort spielte, weil er schlichtweg vergaß den Zettel abzugeben. Die Armbanduhr hat seinen Zweck nicht erfüllt, da müssen wir nochmal ran. Eine halbe-/dreiviertel Stunde voller Sorgen, weniger Vertrauen und ein Dauerpuls von 135? Oh Gott, bitte nicht!

Szenario MIT dem Ortungsdienst: „Jesper ist in „SCHULE““ hieß es in dem Ortungsbereich der Family Link App. Um 14:35, 14:45, 14:55 ebenfalls, da wusste ich, dass er wohlbehalten noch im Hort ist und ich los muss um ihn abzuholen, weil er vergaß den Zettel abzugeben. Ich war völlig entspannt, habe mir keine Sorgen gemacht und auch sonst schien ich ehrlich gesagt mega gelassen.

3 – Einfache und leicht zu erreichende Shortcuts

Zähl mal bitte alle Apps, die du auf dem Handy hast….na? Sind es unter 50 oder deutlich mehr als 50? Lass es mich doch gerne in den Kommentaren wissen:-) Sicherlich hast du auch eine eigene Ordnerstruktur: Social Media, Fotos, Arbeit, Inspiration, Sonstiges… das sind so einige Ordner, die meine Freunde z.B. auf ihren Geräten nutzen, um den Überblick zu behalten. Ich bin ein Android-Babe – habe daher keine großartige Ahnung wie das bei iOS Geräten aussieht (hier mal eine Anleitung dazu), aber es geht auch. Ja, mein Sohn hat ein Smartphone, ABER die Funktionen sind sehr limitiert, dazu mehr im Punkt 4. Was man auf dem Homescreen sieht, sind 2 Ausführungen des gleichen Widgets. Ich wollte, dass er möglichst schnell und unkompliziert anrufen kann, wenn er es soll/muss. Deshalb ist auf dem Screen ein kleines Bild von meinem Mann und daneben ein separates Bild von mir abgebildet, klickt er auf eines der Bilder ruft er direkt die jeweilig hinterlegte Nummer an. Auch habe ich im Tastenfeld des Telefonbereichs die Kurzwahlfunktionen für die Zahlen 2 und 3 mit unseren Nummern hinterlegt. Gemeinsam haben wir die unterschiedlichen Methoden geübt und er kam sehr gut damit zurecht. „Mama, kann ich dir hier auf dem Brief auch schreiben?“ – ja..hm…naja, nachdem er das fragte, merkte ich, dass auch eine Nachricht (damit meine ich die Oldschool-160-Zeichen-SMS:-)) in Ordnung wäre. Deshalb hat er die zwei Kontakt-Widgets auf dem Screen und unten im Menüband das Symbol des Telefons und des Briefumschlags.

4 – Berechtigungen, In-App-Käufe und mehr

Fortnite, Minecraft, klar ein Smartphone öffnet Kindern auch schnell die Welt der Spiele. Katja Reim (Autorin des Buches „Ab ins Netz?!„) hat in einem ihrer Kapitel eine Herangehensweise erläutert, die ich für mich und meinen Sohn sehr gut adaptieren kann – vielleicht hilft es also auch dir. Mein Sohn liebt Harry Potter, er ist ein richtiger Fan geworden und täglich versuchen wir die Abenteuer Buch für Buch und Seite für Seite zu lesen. Was ihn aber schockierte und auch einige schlaflose Nächte gekostet hat, war das Gucken des ersten Harry Potter-Films. Ich dachte, er wäre soweit gewesen, reif genug um zu verstehen, dass ein Film nicht echt ist, dass Harry Potter eine Fantasy-Story ist. Aber da lag ich wohl falsch. Katja Reim schlug vor, das Making-of eines Films mit dem Kind zu sehen, der erste Schritt, um Kindern zu zeigen, dass es nicht echt ist was man sieht. Also schaute ich folgende zwei Clips (Harry Potter Making of und die wahnsinnig bekannte dove-Werbung) danach ging es uns beiden besser.

Ich entschied gemeinsam mit ihm, dass wir bis zu seinem 8. Geburtstag im November zunächst mit 2 Apps auf dem Handy beginnen; beide haben den Hintergrund, dass man Fotos bearbeiten kann und daraus witzige Unikate machen kann.

Ich habe bei der Einrichtung seines Geräts sichergestellt, dass alle App-Installationen und Einstellungsänderungen immer von einem Elternteil bestätigt werden müssen. So kann er auch nicht in die sogenannte In-App-Kauf-Falle geraten. Bei Android funk­tioniert das über den Google Play Store und vorab bei der Einrichtung des Kinder-Geräts, bei iOS über die Einstel­lungen des Betriebs­systems.

5 – Zeitmanagement von Beginn an lernen

Mein Mann zockt Fussballspiele auf der Playstation, sobald er mal die Möglichkeit dazu bekommt. Klar, er ist erwachsen, hat einen anstrengenden Arbeitsalltag und soll mit seiner freien Zeit (sobald die Kids im Bett sind) machen, was er möchte. Die großartige Fantasiewelt meines Sohnes haut mich manchmal um, er malt, spielt mit seiner 4-jährigen Schwester, klettert und turnt auf jedem beliebigen Spielplatz und ganz ehrlich…ich glaube, er hat nie Langeweile, es gibt immer irgendwas zu tun.

Warum sollte ich ihm also zeigen, dass man auch vor der Konsole, am Handy oder auf dem Tablet seine kostbare Freizeit verbringen kann? Das Kapitel öffne ich sobald ich es für angemessen betrachtet. Aber natürlich habe ich schon vorgesorgt. In der Family Link App kann ich nämlich sowohl die Zeitspanne als auch die Nutzungsdauer des Geräts festlegen. Ich habe also (einfach um etwas einzustellen) die Erlaubnis erteilt, dass er zwischen 16:00 und 17:00 Uhr 15 Minuten am Gerät sein dürfte, ab Minute 16 werden alle offenen Aktivitäten authomatisch geschlossen.

Funktioniert für uns

In einer laaangen Ausführung habe ich nun erläutert, was bei mir im Kopf in den letzten Wochen passiert ist, welche Entscheidungen ich zusammen mit meinem Sohn getroffen habe. Erste Erfolge gab es bereits in der vergangenen Woche, denn 2 von 3 Tagen hat unsere Vereinbarung gehalten und mein Sohn war noch nie so stolz. Er ist in 48 Stunden so wahnsinnig gewachsen, ja mein kleiner Mann ist nun ein großer Junge mit richtigen Verantwortungen.

Ich halte dich auf dem Laufenden und werde nochmal erläutern, falls sich an der App-Front etwas ändert und wie sich das bei uns im Alltag eingependelt hat.

Wie denkst du? Hast du noch Tipps? Konnte ich dir helfen?

Liebe Grüße, deine

julia mama schreibt ne liste

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