Veröffentlicht in mama schreibt ne liste

Belohnungen – So motiviere ich meine Kinder!

„Nee, ich möchte nicht“, „ich habe jetzt keine Lust“, „mache ich gleich“: Das sind so Standardsätze, die ich in den vergangenen Wochen häufiger mal von meinen Kindern gehört habe. Und irgendwie war ich es leid immer die Hausfrau zu sein. „Mama macht ja schon“. Wie übertrage ich meinen Kindern mehr Verantwortung? Ich lese ja gerade das Buch „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn – Gelassen durch die Jahre 5 bis 10″ und habe dank Katja Seide in der Tat das ein oder andere für mich adaptiert und versuche das nun in unserem Alltag umzusetzen. Sie beschreibt u.a. wie ihre fünfjährige Tochter gerne kochen möchte und lässt sie aufgrunddessen ganze Menüs in der Küche brutzeln (natürlich unter Aufsicht).

Eigenständigkeit und Motivation

Tatsächlich war das aber bei unseren Kindern immer der Fall, dass die andere Leidenschaften hatten anders als jetzt z.b. ein Kind was Bügeln lernen möchte und dann eigenständig bügelt, oder ein Kind was kochen lernen möchte und eigenständig kocht. Bei uns passt wie gesagt dieser beschriebene Fall deswegen nicht so wirklich. Allerdings habe ich gemerkt, dass bestimmte Rituale, die wir eingeführt haben, durchaus langfristige Kraft hatten. Zum Beispiel ist es bei uns Pflicht, dass jeder seinen eigenen Teller mit in die Küche räumt, ich bin ja hier nicht der Diener. Das hat schon soweit gefruchtet, dass es auch im Urlaub klappt und eigentlich schon selbstverständlich geworden ist. Jetzt habe ich überlegt, da mein Sohn nun in der zweiten Klasse ist und auch schon Taschengeld bekommt, meine Tochter aufgrund ihres Alters ein bisschen untergeht. Ich habe dann beim Stöbern im Internet ein witziges Belohnungssystem gefunden, was ich für mich eigentlich ganz ganz süß fand und auch gekauft habe. Das verlinke ich euch gerne hier. Die schönen Sternchen zeigen meinen Kindern den Fortschritt ihrer Arbeit und motivieren sie mehr zu tun.

Belohnungskarten, Gutscheine, Sternchensticker und eine Aufgabenliste

Zum Beispiel war gestern ein spannender Tag, den ich gelassen auf der Couch verbracht habe. Nachdem Nachmittagsausflug auf dem Kita Spielplatz, sind wir nach Hause gegangen, ich habe in meinem Thermomix Reis gekocht, da wir abends noch Hühnerfrikassee essen wollten. Anschließend habe mir den vierten Teil von Harry Potter gegriffen und angefangen laut vorzulesen. Während ich vorgelesen habe, hat meine Tochter noch kurz mit ihren Playmobil Pferden gespielt, mein Sohn jedoch hatte irgendwie den Drang jetzt mehr Sternchen zu sammeln. Klar, das habe ich gleich zugelassen und da er selber lesen kann, hat er selbst festgestellt, dass er mit den Aufgaben des Blumengießen oder des Geschirrspülerausräumens jeweils ein Punkt dazu verdient. Witzig war, dass er recht schnell alle Aufgaben erledigen wollte, damit er die 15 Sternchen vollständig hatte und somit seine Belohnung einsammeln konnte.

Vorderseite: 15 Sternchenfelder, Rückseite: Gutschein-Möglichkeiten

Auf der Rückseite der Abbildungen (s.o.) sieht man, dass man entweder vorgefertigte Gutscheine einlösen kann oder sich auch selber Einlösenmöglichkeiten ausdenken kann. In diesem Fall bzw. im ersten Schritt habe ich für 15 Punkte zwei Gutscheine angekreuzt: Einmal Eis essen gehen und ein zweites Taschengeld angekreuzt. Das bedeutet in dem Fall von meinem Sohn, dass er zwei Kugeln Eis und 4 € Taschengeld statt 2€ bekommt. Meine Tochter hat sich das an dem Nachmittag mit angesehen (total süß, wie sie zwischen den Pferden und den Sternchen hin und hergerissen war) und schnell festgestellt, dass sie für die gleichen Sachen ebenfalls Punkte bekommt. Das hat ja erst einmal für Ärger gesorgt, kann ich euch sagen… Da die Tätigkeiten nun erledigt waren, einigten wir uns darauf, dass sie den Tisch nach dem Abendessen abdeckt und den Geschirrspüler anschließend einräumt. Auch sie durfte sich dann zwei neue Sternchen aufkleben.

Statt Hausfrau und Diener, free like the wind

Ich muss gestehen, dass ich mich irgendwie nutzlos gefühlt habe. Ist das komisch? Ich möchte meinen Kindern eigentlich mehr Selbständigkeitund Verantwortung beibringen und fühle mich statt gut eher schlecht?!

Irgendwie war gestern der perfekte Nachmittag. Ich saß hier habe laut vorgelesen, meine Kinder haben den Haushalt geschmissen, wir waren gemeinsam um 18:30 Uhr mit dem Abendessen fertig, sind duschen gegangen (meine Güte sind die Kinder-Füße im Sommer immer schwarz…) und lagen auch um 19:15 Uhr bereits im Bett. Wann gab es das denn das letzte Mal? Sonst hängen wir irgendwie mit der Zeit immer ein bisschen hinterher… Ich lag also neben meinem Sohn im Bett eingekuschelt, während meine Tochter noch ein wenig in ihrem Zimmer spielen wollte. Die letzten 5 Seiten des zweiten Kapitels wollte ich noch schnell zuende lesen. Dann verabschiedete ich mich mit einem Kuss und einem dicken Drücker, stellte einen Tonie auf die Toniebox, schloss die Tür und ging zu meiner Tochter. Dort musste ich die super Geschichten der Prinzessinnen vorlesen. Eigentlich auch eine sehr süße Geschichte natürlich eine ganz andere Welt als die Harry Potter Welt. Aber die Elfenprinzessin war in Not und so waren wir natürlich auch völlig gebannt und wollten schnell wissen, wie die Geschichte ausgeht. Nach zwei Kapiteln war es dann aber 19:45 Uhr und ich musste das Buch zuklappen und ihr versprechen, dass wir heute abend weiterlesen. Mein Mann ist um 19:30 Uhr nach Hause gekommen hat den Kindern kurz „Gute Nacht“ gesagt und ist dann in die Küche und hat mit dem Thermomix ein leckeres Rezept gekocht. Ein bis zweimal die Woche geht er trotzdem mit dem Team in der Mittagspause essen, das muss ja auch mal sein um das Team zu festigen, aber wir versuchen abwechselnd 2-3 Mal die Woche zu kochen.

Kurzer Einschub: mein Mann arbeitet seit drei Monaten nicht mehr im gleichen Unternehmen, wie ich. Das ist eine längere Geschichte und auch etwas schwierig zu erklären. Er ist jetzt bei einem neuen Arbeitgeber am anderen Ende der Stadt, allerdings mit einer wahnsinnig guten Bahnverbindung und entsprechend schnell zu Hause. 

Zurück zum eigentlichen Thema: während ich also die Kinder ins Bett gebracht habe, stand er in der Küche und hat fleißig gekocht. Irgendwie habe ich aber den Eindruck, dass ich abends dazu neige Unsinniges in mich hinein zu stopfen, wenn ich nicht weiß was ich mit meiner Zeit anfangen soll. Deshalb habe ich mich spontan dazu entschlossen, einfach los zu marschieren und zum Sport zu gehen. Ich bin also die gut zweieinhalb Kilometer zum Fitnessstudio gegangen, habe dort Armübungen und etwas für den Rücken und Bauch getan und bin dann die zweieinhalb Kilometer wieder zurückgegangen. Gegen 21:30 Uhr war ich dann auch wieder zu Hause, bin duschen gegangen und schnell ins Bett. Ich hatte mir vorgenommen das Tablet im Wohnzimmer zu lassen und keine Serie zu beginnen, sonst eskaliert das tatsächlich immer und ich gehe erst um 0:30 Uhr schlafen. Das wollte ich allerdings nicht, habe mein Handy kurz in die Hand genommen, habe auf Pinterest nach Harry Potter Party Inspiration gesucht und bin dann um 22:15 Uhr schlafen gegangen.

Mein Tag also im Rollen-Modell:

Morgens: Mutter

Mittags: Arbeitnehmerin

Nachmittags: Freundin und Mutter

Abends: Mutter und Sportlerin

Die Rolle der Ehefrau ist tatsächlich etwas untergegangen und ist dass das einzige, was ich etwas bereue. Ich hätte den Tag bzw den Abend auch da mit nutzen können, mich mit meinem Mann auszutauschen. Ich entschloss mich aber dazu zum Sport zu gehen und etwas für mich zu tun. Vielleicht schaffen wir es diese Woche ja noch einmal, und verbringen etwas mehr Zeit miteinander – das wäre doch schön. Next Step.

In diesem Sinne euch einen schönen Tag, Liebe Grüße eure

#haushaltkannsoschönsein

Autor:

Schreib' es dir schnell auf bevor ein Kind kommt und du vergessen hast, was du eigentlich wolltest...

Ein Kommentar zu „Belohnungen – So motiviere ich meine Kinder!

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